Unsere Fahrradtour auf den Spuren von Theodor Storm

 

Nachdem uns der Vormittag des 23. Juli 2010 sonniges Wetter verspricht, nieselt es tatsächlich mittags in Husum, und in Mildstedt schüttet es. Wir wagen es trotzdem und starten mit 54 Landfrauen trocken um 13.30 Uhr am Haus Kiesselbach das geplante Vorhaben mit Rad und Auto. Unsere Barbara von Eitzen hat die Tour mit ausgearbeitet und bringt uns unterwegs Theodor Storm und einige seiner Novellen näher.

 

Wir fahren am Deich entlang zum Schimmelreiterkrug, wo uns Christiane mit den schon gut bekannten selbstgebackenen leckeren Keksen und Selter empfängt, und natürlich darf der „Solero“ auch nicht fehlen. Auf dem Deich nimmt uns Barbara mit in die Mystik des „Schimmelreiters“ und die in Vergessenheit geratene Urgewalt des Meeres wird uns wieder vor Augen geführt. Gemütlich fahren wir weiter zum Restaurant „Arlau-Schleuse“, wo wir uns Kaffee und Kuchen schmecken lassen. Dort unterhält uns Barbara mit dem entzückenden Gedicht „Maikatzen“ von Theodor Storm. Allmählich gehen einige skeptische Blicke in die Ferne. Um uns herum baut sich eine Regenfront auf, die wir eigentlich schon hinter uns zu lassen glaubten. Aber noch scheint bei uns die Sonne, und wir machen uns frohgemut auf durch die Hattstedtermarsch. In der Nähe des Lundenberges stellt uns Barbara den alten Deichgrafenhof vor. Wir erfahren nebenbei auch viel aus dem Leben Theodor Storms, was wir noch nicht gewusst bzw. auch schon wieder vergessen haben.

 

Um zu unserem nächsten Ziel zu kommen, müssen wir die B 5 überqueren. Damit wir alle an diesem Freitagnachmittag sicher auf die andere Straßenseite kommen, ist die Polizei unser Freund und Helfer und sperrt für einen Moment die Hauptverkehrsader. Herzlichen Dank an dieser Stelle dafür noch einmal dem freundlichen Polizeibeamten Herrn Hasche!

 

Wir nähern uns stressfrei radelnd ohne viel Wind Arlewatthof, als uns die dunklen Wolken einholen und es leicht zu regnen beginnt. Zum Glück lädt uns ein offenes Scheunentor zum Verweilen ein, vielen Dank Familie Paulsen! Während der Regen draußen prasselt, hören wir unter Dach Barbara zu, die von der Novelle „Chronik von Grieshus“ erzählt und auf die Geschichte Arlewatthofs eingeht. Das frühere Schloss dort diente als Vorbild für die 1884 von Theodor Storm verfasste Novelle. Passend zur Stimmung trägt Barbara uns noch das Gedicht „Abseits“ vor.

 

Die paar Regentropfen, die jetzt noch herunter kommen, können uns nicht mehr erschüttern und auf geht’s wieder. Die Regenjacken werden nach kurzer Fahrt wieder ausgezogen und wir kommen bei bestem Wetter auf dem Hattstedter Friedhof an. Dort befinden sich die Gedenksteine des Deichgrafen Iwersen-Schmidt und seiner Frau, wozu Barbara uns wieder eine Menge zu berichten weiß. Der Deichgraf Iwersen-Schmidt diente Theodor Storm als Vorbild für den alten Deichgrafen Tede Volkerts in seinem „Schimmelreiter“ und die Hattstedter Kirche war für Storm das Vorbild für „die Kirche oben auf der Geest“, zu der der Trauerzug Tede Volkerts führte.

 

Unsere Fahrradtour - diese Strecke hat Theodor Storm übrigens zu Fuß zurückgelegt - nähert sich nun dem Ende. Wettermäßig sind wir total zufrieden, denn wie sagt man so schön auf Plattdeutsch: „Dat harr leeger warrn kunt“! Nach 28 km – bis auf ein streikendes Fahrradschloss zu guter Letzt hat es keine Pannen und Blessuren gegeben - erreichen wir wieder fröhlich das Haus Kiesselbach, wo fleißige Hände draußen für uns Tische und Bänke aufgestellt haben und uns mit Getränken und Fischbrötchen versorgen, vielen Dank Sieglinde, Christiane, Reinhold Appelles und Falk Petersen!

 

Mit einem gemütlichen Beisammensein und viel Lachen lassen wir an diesem tollen Sommerabend unsere diesjährige Fahrradtour ausklingen und bedanken uns ganz herzlich bei Barbara von Eitzen dafür, dass sie uns auf Theodor Storms Spuren geführt hat und uns an ihrem umfangreichen Wissen über das Leben von Theodor Storm hat teilhaben lassen.

                                                                                                                                  G.O.