Unser Ausflug nach Schleswig

 

Es hieß früh aufzustehen am 5. Mai 2010; denn unser Bus nach Schleswig fuhr schon um 07.00 Uhr ab. Die Sonne meinte es gut mit uns und blieb uns auch den ganzen Tag treu – wie gut, wir hätten nichts gegen ein paar Grad Celsius mehr gehabt.

 

Unser erstes Ziel, das St.-Johannes-Kloster am Holm erreichten wir schnell. Dort mussten wir uns noch etwas gedulden und lernten die Schleswiger „Mücken-Riesen“ kennen, die in der Sonne spielten und uns gerne umschwärmten. Da die Priörin des Klosters Henny v. Schiller erkrankt war, führte uns ihre Vertretung Frau Oldenburg durch das Kloster, das 1194 als Benediktinerinnenkloster gegründet und nach der Reformation in ein Frauenstift umgewandelt wurde. Die Bezeichnung St.-Johannes-Kloster blieb jedoch erhalten.

Wir wurden ausführlich über dessen Geschichte informiert und konnten im Remter die kleine Schrankorgel anschauen, auf der der damalige Kantor der Klosterkirche Carl Gottlieb Bellmann in den 1840er Jahren die Melodie des Schleswig-Holstein-Liedes komponierte. Im Remter befand sich auch noch das mit Schnitzereien reich verzierte zehnsitzige Nonnenchorgestühl von 1240, zu dem Frau Oldenburg kleine Anekdoten zu erzählen hatte, z.B. wie der Ausspruch „Halt die Klappe“ entstanden sein könnte und „dass Lügen kurze Beine haben“.

 

Im Kapitelsaal direkt neben der Klosterkirche bestaunten wir die Klosterschätze. Die Klosteranlage, die als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz steht, gilt heute trotz der beiden Brände als besterhaltener mittelalterlicher Klosterkomplex in Schleswig-Holstein. Nach der Besichtigung der schönen Klosterkirche – die Warmluftheizung im Fußboden wurde von uns schnell als Wärmequelle erkannt - standen nun der Gottorfer Globus und der Barockgarten auf dem Programm.

 

Im neuen Globushaus ist heute eine originalgetreue Rekonstruktion des Gottorfer Globus zu sehen. Wir staunten über das Wissen der Menschen im Jahre 1651 und die damalige Handwerkskunst. Dieser Globus war das größte bis dahin erbaute Modell von Erde und Himmel und gilt heute als frühestes Planetarium der Welt. Während der achtminütigen Fahrt zogen an uns die 12 Sternbilder vorbei und unsere kurze Information innerhalb des Globus wurde außerhalb mit einem Audioguide fortgesetzt. Wir haben einen herrlichen Blick vom Dachgarten des Globushauses über den gesamten Barockgarten mit dem kunstvollen Wege- und Terrassensystem, den plätschernden Kaskaden, Fontänen und dem Herkulesteich gehabt.

 

Mit der Museumspädagogin Frau Schmidt wanderten wir durch den berühmten Garten und erfuhren, dass dieser im 17. Jahrhundert einzigartig in Deutschland gewesen, aber im Laufe der Geschichte im Jahre 1864 zu einer großzügigen Reitanlage geworden ist. Zwischen 1999 und 2007 erhielt dieser Barockgarten wieder sein altes Gesicht und 22 ursprüngliche Pflanzen wachsen auch heute noch dort.

 

Nach diesen ausführlichen Erklärungen stärkten wir uns mit einem leckeren Mahl im Wikingturm – der dort servierte „Mai-Prosecco“ war auch nicht zu verachten! Und schon wartet unser Schiff „Alexander“ auf uns, und es begann eine herrliche Schifffahrt auf der Schlei bis Ulsnis. Der köstliche Kuchen hätte in diesem Umfang nicht nötig getan, aber man gönnt sich ja auch sonst nichts…

 

Wir genossen auf der Rückfahrt noch einmal das frische leuchtende Maigrün an Büschen und Bäumen, die schon zu blühen beginnenden Rapsfelder und ein vielseitiger, rundherum interessanter schöner Ausflug war wieder einmal zu Ende.

                                                                                                                                 G.Ol