„Rettungsdienst und Katastrophenschutz

- was verbirgt sich dahinter?“


Diese Frage haben 32 interessierte LandFrauen dem Fachbereichsleiter für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Nordfriesland, Herrn Christian Wehr, gestellt. Umfassend erfolgt durch ihn eine Aufklärung zu diesem wichtigen Themenbereich.

 

Wir erfahren, dass sich die Aufgabe im Rettungsdienst in zwei Schwerpunkte unterteilt, und zwar in Notfallbereich und Krankentransport. Trotz der Besonderheiten unserer geografischen Lage mit der Weiträumigkeit, den Inseln und Halligen mit Ebbe und Flut kann in 90 % die Hilfsfrist von 12 Minuten eingehalten werden. Und es gibt bei uns keine Autobahn, die schnelles Fahren zu den Einsatzorten zulässt, sondern nur Bundesstraßen, auf denen die schlimmsten Unfälle passieren! 21 Rettungstransport-wagen sind auf sämtlichen Wachen in Nordfriesland stationiert sowie 7 Noteinsatz-fahrzeuge an Klinikstandorten. Dass diese ca. 28.000 Einsätze im Jahr nicht zum Nulltarif zu fahren sind, ist auch klar. Aber muss alles wirklich so teuer sein? Herr Wehr schafft es, uns nachvollziehbar über die Kosten für die unterschiedlichen Rettungseinsätze aufzuklären. Außerordentlich wichtig ist natürlich die bestehende enge Zusammenarbeit mit dem DRK und dem DLRG. Alle Notrufe zu 112 laufen in der neuen Leitstelle Nord in Harrislee auf.

 

Interessant ist auch, dass im Gegensatz zu anderen Kreisen der Kreis Nordfriesland seine Rettungsassistenten mit einer dreijährigen Ausbildungszeit selbst ausbildet. Diese sind hoch motiviert, wie wir bei unserem anschließenden Besuch der Rettungswache selbst erlebt haben. Wir schauen hinter die Kulissen und sind fasziniert von der „rollenden Intensivstation“ – einem Rettungswagen! Dieser soll uns aber im Notfall auch finden und darum ist es notwendig, dass unsere Hausnummer auch deutlich zu erkennen ist! Das ist häufig leider nicht der Fall.

 

Herr Wehr verschweigt auch nicht, dass noch große Herausforderungen in seinem Bereich zu bewältigen bleiben und um den Erhalt unseres kommunalen Rettungs-dienstes gekämpft werden muss. Aber der Rettungsdienst im Kreis Nordfriesland befindet sich auf einem sehr hochwertigen Niveau, und die Bevölkerung und die Besucher können sich berechtigt sicher fühlen und das wichtigste bleibt „Der Patient“!

 

Was ist eine Katastrophe und wann liegt keine Katastrophe vor? Auch hierüber werden wir aufgeklärt. Es ist sehr beruhigend, dass der Katastrophenstab des Kreises die gesamte Katastrophenabwehr überwacht und dies bei der sehr großen Nord-Süd-Ausdehnung des Kreises und der 500 km langen Küstenlinie mit den Inseln und Halligen.

 

Wenn wir ehrlich sind, besteht bei uns –der Öffentlichkeit – im normalen Alltag wenig Interesse am Katastrophenschutz, aber bei Bedarf, z.B. bei einer Sturmflut erwarten wir natürlich, dass alles für unsere Sicherheit getan wird. Und hierfür wird gesorgt trotz aller aktuellen Probleme wie z.B. der zurückgehenden Zahl der Einsatzkräfte, der engen Finanzen und personellen Engpässe, da können wir wirklich sicher sein und darauf vertrauen.

                                                                                                                                     G.O.