„Oh, Du liebe Weihnachtsgans …“

 

Bevor wir uns den leckeren Gänsebraten in Gudendorf schmecken lassen konnten, haben wir den Meldorfer Dom im Rahmen einer Führung am 14.12.2012 kennen gelernt. Es war gerade Markttag in Meldorf, und wir kamen noch gerade rechtzeitig zur Andacht um 10.00 Uhr. Die weihnachtlich geschmückte Kirche, das von allen gesungene Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ und die darauf abgestimmten Worte der Pastorin bestärkten unser Gefühl: Bald nun ist Weihnachten! Ein krönender Abschluss war die Gesangsdarbietung einer Solistin aus dem Händel-Oratorium „Der Messias“.

 

Der anschließend angebotene Tee tat uns gut, und die Führung konnte beginnen. Locker, freimütig und humorvoll nahm uns unser Kirchenführer in die Geschichte des Meldorfer Domes mit, der gar kein „echter“ Dom ist, da er nie Bischofssitz war. Aber die großen Gotteshäuser durften sich früher „Dom“ nennen. Dass es überhaupt diesen Dom gibt, war dem Stolz der Dithmarscher zu verdanken, die der Stadt Hamburg nicht nachstehen wollten. Nach dem Brand 1866 bauten sie den Dom schlanker und imposanter. Für die Finanzierung war ihnen jedes Mittel recht, auch wenn es nicht legal war. Der Meldorfer Dom – die St. Johannis-Kirche - gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchenbauten an der Westküste. Etwas ganz Besonderes in dieser Kirche sind die 1991/92 freigelegten und gereinigten uralten Gewölbefresken. Aber es gibt vieles mehr zu bestaunen: den Lettner, den wie eine Glocke gegossenen Taufkessel, die große Kanzel mit dem Baldachin, den Flügelaltar, die Marcussen-Orgel – der große Stolz der Meldorfer. Sie wird auch der „5. Pastor“ genannt, weil sie zu den Konzerten genauso viele Menschen anzieht. Ganz gebannt lassen wir uns auch das bunte Fenster im Altarraum erklären: Das himmlische Jerusalem. Dieses steht im Gegensatz zu den anderen schwarz-weißen Fensterbildern und bedurfte großer Überzeugung der Denkmalschutzbehörde, mit der auch wir nicht im Einklang waren: Die beiden an den großen Säulen hängenden Bilder zweier unwichtiger Pröpste passten dort einfach nicht hin, aber wie uns unser Kirchenführer erklärte, ließ sich die Denkmalschutzbehörde nicht umstimmen.

 

Mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten wir uns und fuhren weiter zu unserem Dithmarscher Gänsemarkt nach Gudendorf. 50 Schobüller LandFrauen mit ihren Gästen genossen die hervorragende Gänsebrust mit Rotkohl, Kartoffeln und Soße im weihnachtlichen Gänsestall und so manche hausgemachte Spezialität wurde mit nach Hause genommen. Auch der Bratapfel zum Nachtisch ließ nichts zu wünschen übrig.

Einhellige Meinung: Es war ein toller Adventsausflug.

                                                                                                                             G.O.