„O sole mio …“

 

Diesem alten italienischen Volkslied konnten wir 27 LandFrauen am Lago Maggiore nicht so ganz zustimmen. Die Sonne hielt sich dort sehr zurück, während wir am Gardasee wieder von ihr verwöhnt wurden. Genauso abwechslungsreich wie das Wetter gestaltete sich auch unsere gesamte Reise. Schon allein die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus durch die wundervollen vielfältigen Landschaften und der einmalig schönen Herbstfärbung war ein Erlebnis. Aus dem Schwärmen kamen wir gar nicht mehr heraus, als wir aus unseren Hotelzimmern die tollen Ausblicke auf den Lago Maggiore und den Gardasee genossen.

 

Unser erster Ausflug führte uns über Stresa mit den großartigen im Jugendstil erbauten Hotels an der Uferpromenade zu den Inseln im Lago Maggiore. Auf der Isola Bella bestaunten wir das prunkvolle Barockschloss mit der herrlichen Parkanlage und die Bäume mit den Citrusfrüchten. Auf der Isola Pescatori, auch Fischerinsel genannt, wanderten wir durch ein Labyrinth von malerischen Gässchen mit den typischen weißen Häusern und bunten Läden und Verkaufsständen. Natürlich wurden hier die ersten Geschäfte getätigt.

 

Am nächsten Tag umrundeten wir den zweitgrößten See Italiens mit unserem Bus und erfuhren sehr viel von unserer Reiseführerin über Land und Leute. Wir wissen jetzt z.B., wo die Piemontkirsche herkommt, dass die Felsen aus rosafarbigem Granit und weißem Mamor bestehen und dieses Gestein u.a. im Petersdom und Mailänder Dom verarbeitet wurde, wo der Schah von Persien eine Villa mit Schwimmbad und Tennisplatz hatte und dass ein italienischer Markt das reinste Kaufhaus ist. Von italienischen Leckereien und Lederwaren, über Oberbekleidung bis hin zum Hüfthalter mit Strapsen und Wanderschuhen gab es alles zu erwerben. Wir überquerten die Grenze in den traumhaften Schweizer Kanton Tessin und bekamen einen Eindruck von Ascona, dem italienische Montmartre. Zurück führte unsere Fahrt durch die führende Wirtschaftsregion Italiens, der Lombardei, von wo auch der Gorgonzola-Käse stammt.

 

Am 4. Reisetag verließen wir die wunderschöne Umgebung des Lago Maggiore, welcher nicht von ungefähr von vielen Künstlern besucht worden ist und auch der „Garten Europas“ genannt wird. Auf dem Weg zum Gardasee, dem größten italienischen See, erkundeten wir mit unserer Stadtführerin Heike die Metropole Mailand. Die gewaltige Festungsanlage, das Castello Sforzesco, wo Leonardo da Vinci gewirkt hatte, und der imposante Dom mit seinen 3.500 Statuen aus hellem Marmor beeindruckten uns sehr. Kaum zu glauben, dass dort 40.000 Menschen Platz finden sollen! Ein kurzer Weg führte uns von dort zur weltberühmten glasüberdachten Galleria Emanuele II mit den schönen Fußbodenmosaiken und zur berühmten Mailänder Scala, die wider Erwarten gar nicht so groß war. Natürlich kam auch das „Shoppen“ in der Modestadt nicht zu kurz.

 

Sirmione – den malerischen Ort auf einer Halbinsel im Gardasee eroberten wir uns auf eigene Faust, testeten mit unseren Füßen die Wassertemperatur, spazierten durch Olivenhaine und genossen dort einfach das italienische Flair wie auch am nächsten Tag in Venedig - „Die Adlige“, wie diese einzigartige Lagunenstadt mit ihren 117 Inseln und 378 Brücken auch genannt wird. Fasziniert von der Markuskirche mit ihren 4.000 qm Mosaiken, dem Markusplatz, dem Campanile, der Rialto-Brücke, der Seufzerbrücke – die Verbindung zwischen dem Dogenpalast und dem Gefängnis - , den vielen lackierten edlen schwarzen Gondeln, den schmalen Gassen und den vielen Palästen hatten wir am Abend das Gefühl, „runde Füße“ zu haben. Mit einer wunderschönen Lagunenfahrt verabschiedeten wir uns von Venedig.

 

Verona – „Die Schöne“ genannt - erwartete uns noch an unserem letzten Tag mit dem drittgrößten römischen Amphittheater, der Arena. Staunend spazierten wir mit Sandra unserer Reiseführerin, auf den Straßen aus Marmor zu den ältesten römischen Bauwerken über die schönsten Piazzas und ließen uns Tipps für unsere „Alleingänge“ geben, wie z.B. für eine Besichtigung der San Zeno-Basilika, der SanAnastasia-Kirche, den Balkon von Romeo und Julia (Shakespeare ist aber nie in Verona gewesen!) und natürlich auch zum Shoppen, hier das besondere „Dada-Schuhgeschäft“. Es wanderten also diverse Dada-Schuhe, Pullover, Taschen und Schals mit nach Hause und auch noch das Olivenöl vom Gardasee, das noch in Riva auf unserem Rückweg erstanden wurde. Hier gedachten wir unserer Sigrid, die kurz zuvor in dieser Gegend tödlich verunglückte und unsere Reise nicht mehr mitmachen konnte – ein Wehrmutstropfen für uns alle in dieser Zeit.

 

Wir haben eine souveräne Busfahrerin gehabt, gemeinsam viel erlebt, das südländische Flair und immer wieder den echten Cappuccino genossen, die italienische Küche sehr unterschiedlich kennen gelernt, in schönen Hotelanlagen gewohnt, im kalten und warmen Pool gebadet, einen Geburtstag im Bus mit Negerkuss und Kerze gefeiert und immer viel Spaß gehabt. Und dass das Hotel am Gardasee überbucht und das Hotel am Lago Maggiore nicht richtig geheizt war, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir waren eine tolle Gemeinschaft und werden noch lange an unsere Italien-Reise zurückdenken wie Annegret es so treffend zusammengefasst hat:

 

Ach wie ist das Leben schön, wenn man kann auf Reisen gehen.

Lago Maggiore und Gardasee waren unser Ziel.

Gesehen haben wir sehr viel!

Service gab es im Bus bei Anke pur.

Sie uns mit viel Übersicht durch Berge, Zahlstellen u. enge Gassen fuhr.

Die Schobüller LandFrauen sagen laut „danke Anke!"

 

                                                                                                                              G.O.