„Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist mehr als nur ein Friedhof.“

Davon überzeugten sich 20 sportliche Schobüller LandFrauen am 16.08.15 bei ihrer diesjährigen Fahrradtour *, die sie per Bus mit Fahrradanhänger nach Hamburg führte. Ziel ist der Ohlsdorfer Friedhof. Das Motto lautet: „Pedale, Parkfriedhof und Prominentengräber“. Hier hatten sie Gelegenheit, Hamburger Stadtgeschichte und ein Stück Natur mitten in der Großstadt zu genießen. (*Die Fahrradtour wurde bereits im Juni mit großem Erfolg durchgeführt). Die Verladung der Fahrräder und die Fahrt nach Hamburg verliefen ohne Komplika­tionen. In Hamburg angekommen erwartete uns schon unser Scout Klaus und die Tour konnte pünktlich um 10:30 Uhr im grünen Stadtteil Bramfeld beginnen. Das Wetter spielte mit – sogar die Sonne kam mittags hinter den Wolken hervor – wenn Engel reisen!

Die 1877 vom ersten Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes angelegte, großzügig gestaltete Grünanlage faszinierte die Schobüller LandFrauen sehr. Nicht nur Beisetzungsfläche, sondern auch Erholungsraum sollte der Friedhof sein, das war seine Idee. Über 1,4 Millionen Beisetzungen gab es bisher. Mit seinen 391 Hektar Grundfläche ist der Ohlsdorfer Friedhof der größte Parkfriedhof der Welt. 17 Km Straßennetz befinden sich auf dem Grundstück des Friedhofs. So konnten auch wir auf sicheren, fahrradfreundlichen Wegen den Park gemütlich erfahren.

Unter der kompetenten Leitung von Klaus (er ist hauptberuflich Redakteur) erradelten wir gemütlich zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ausgewählte Ruhestätten, die wir allein sicherlich nicht gleich entdeckt hätten. Auf humorvolle Weise erfuhren wir Bemerkenswertes über die verschiedenen Grabanlagen, den Park und über die unterschiedliche Bestattungskultur, die uns erstaunte und beeindruckte. Wir erblickten Urnengräber, Baumgräber, Erdgräber, Rasengräber und Kolumbarien – das ist eine oberirdische Bestattung – um nur einiges zu erwähnen.

Am Bramfelder See vorbei näherten wir uns radelnd den faszinierenden Baumgräbern. Ganz besonders angetan hat den LandFrauen der Schmetterlings­gräber­­garten und der Garten der Frauen – ein Ort der Erinnerung mit historischen Grabsteinen bedeutender Frauen.








Engel-Skulpturen begegneten uns überall in allen Größen und Formen.

Andächtig und still werden wir beim Anblick der Kriegs­gräberanlagen zweier Weltkriege und bei den Kindergräbern, die trotz allem sehr bunt und fröhlich gestaltet waren.





Auch ausgewählten Prominenten­gräbern statteten wir einen Besuch ab: u. a. Heinz Ehrhard, Loki Schmidt, Familie Hagenbeck, Hans Albers, Edgar Bessen, Henry Vahl und Inge Meisel. Zu dem einen oder anderen Prominenten hatte Klaus kleine Anekdoten parat.

Am Grab von Heinz Erhard wurden sogar einige seiner Gedichte rezitiert.


Direkt am Park genießen wir die Mittagspause im modernen und gepflegten Ambiente des „Café Fritz“ – hier konnten wir hanseatisch abtauchen und kurz entspannen. Das Essen war nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch noch etwas fürs Auge.

Danach ließ Klaus es sich nicht nehmen, uns noch zwei private Mausoleen mit ungeahnt imposanten Ausmaßen zu zeigen.


Schade, dass wir etwas in Zeitverzug waren, so dass die geplante Fahrt an der Alster entlang ausfallen musste. Auch für die Kaffeepause langte die Zeit nicht mehr. Aber auf dem Rastplatz war noch Zeit für ein „Schleck-Eis“ und Kaffee von unserem Busfahrer Thomas.


Der Ohlsdorfer Friedhof ist ein friedvoller Ort der Begegnung, an dem Erinnerung und Trauer ihren Raum finden, aber auch ein Park, der zum Entspannen und zum Verweilen einlädt. Mit diesen Impressionen treten wir die Heimreise an.


Der Tag war wunderbar, weil wir viele stille, andächtige, emotionale, aber auch fröhliche Momente gemeinsam erleben durften – frei nach dem Slogan vom Reisebüro Grunert - „Schöne Stunden gemeinsam erleben“. In diesem Sinne ….


Kirsten Lübbe