Kabarettabend mit Uta Rotermund                                                                                       am 26. März 2015 um 19 Uhr in der Nordsee-Akademie in Leck

Der KreisLandFrauenVerband hatte eingeladen zu einem Kabarettabend mit Uta Rotermund, die über das Los der 50plus Frauen unterhalten wollte.

Die Aula in der Nordsee-Akademie Leck war ausverkauft. Man musste schon gut 1 Stunde vor Beginn der Vorstellung vor Ort sein, um einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern.

Eine Handvoll Männer hatte sich in die „Höhle der Löwin“ getraut.

Dann kam sie - die Lady - Sie betrat mit rosa Perücke, rosa Brille, weißem Zottelbademantel und roten Lackschuhen die Bühne.

Ihre Glacee-Handschuhe hatte sie zu Hause gelassen. „Hier gibt’s was aufs Maul!“

Sie nahm die Botox - Geschädigten auf die Schippe und stellte es in Frage, ob es viel ausmache mit 86 auszusehen, als wäre man 84.

„Der Greis ist heiß. Das ist das Motto!“

Bei dem ABC der Wechseljahre konnten wir uns sogar mit dem H wie Hüftgold versöhnen. Der Ring um die Hüften sei bei den Seehunden „Blubber“ und der schütze vor Kälte. Also liessen sich doch Heizkosten sparen.

Das O wie Orangenhaut war nicht zu verleugnen. Wären wir doch alle eine „Fruchtschnitte“.

Beim S angekommen, wie Schlupfhose, die vom Atelier --Der Goldene Schnitt-- offeriert wurde, oder Seniorennachmittag, der zum „Deutschland sucht die Superfalte“ aufrief.

Kein Buchstabe, für den Frau Rotermund nichts einfiel, um den Frauen das Älterwerden deutlich zu machen.

Das Programm wurde durch einen Schwächeanfall einer älteren Dame im Publikum unterbrochen. Diese Situation meisterte Frau Rotermund professionell und sehr wohltuend mitfühlend.

Als altes Huhn „Berta“ mit den Chickenwings (die wabbeligen Oberarme), welches sich immerhin noch gut als Suppengrundlage eignete, ging es in die Pause.

Die zweite Hälfte der Vorstellung war nicht weniger frivol und spitzzüngig.

Als ausgebrannte, gestresste Kurpatientin gab sie Tipps, wie man den „Best Agern“ entkommen konnte, die an jeder Ecke lauerten, um an die Lizenz zum grapschen zu kommen.

Die sozialkritische Künstlerin scheute sich nicht, als sexy Table-Pool-Dancer aufzutreten, die sich auf „Gammelfleischpartys“ ihre Rente aufbesserte.

Offen und sehr direkt präsentierte Frau Rotermund einen Abend, der sicher nicht jedermanns Geschmack traf. Einige wenige Plätze blieben nach der Pause leer.

Doch die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

                                          

                                                                                           

Karin Petersen